Marketing Automation: So funktioniert automatisiertes Marketing im B2B

Marketing Automation ist der Einsatz von Software, die wiederkehrende Marketingaufgaben wie E-Mails, Segmentierung und Lead Scoring nach festgelegten Regeln selbst ausführt, sobald ein Kontakt etwas Bestimmtes tut.

Von Dragan Matijević, CEO close oneStand: 05.11.2026~11 Min.

Kurz gesagt: Marketing Automation arbeitet nach dem Muster Auslöser, Bedingung, Aktion. Lädt jemand einen Leitfaden herunter, bekommt er in den folgenden Tagen passende Inhalte, sammelt mit jeder Reaktion Punkte und landet ab einem festgelegten Wert beim Vertrieb. Im B2B lohnt sich das, weil Kaufentscheidungen lange dauern und mehrere Personen beteiligt sind. Voraussetzung sind gute Inhalte, saubere Daten, eine klare Absprache mit dem Vertrieb und eine Einwilligung für Werbe-E-Mails. Starte mit einer einzigen Strecke und baue erst aus, wenn sie funktioniert.

1. Was ist Marketing Automation?

Marketing Automation, auf Deutsch Marketingautomatisierung, beschreibt Software und Abläufe, mit denen Unternehmen Interessenten automatisch die passenden Inhalte zum passenden Zeitpunkt schicken. Statt jede E-Mail einzeln zu versenden, legst du einmal fest, was bei welchem Ereignis passieren soll. Danach arbeitet das System diese Regeln für jeden Kontakt einzeln ab.

Der Unterschied zu einem Newsletter: Ein Newsletter geht an alle zur selben Zeit. Eine automatisierte Strecke startet für jede Person dann, wenn sie selbst etwas tut, und nimmt je nach Verhalten einen anderen Weg. Zwei Kontakte, die sich am selben Tag anmelden, können nach einer Woche ganz unterschiedliche Nachrichten bekommen.

Die Bausteine einer Automatisierung

  • Auslöser: Ein Ereignis startet den Ablauf, etwa eine Formularanmeldung, ein Download, ein Webinar-Besuch, ein Klick oder ein Datum wie das Vertragsende.
  • Bedingung: Eine Regel entscheidet, welcher Weg folgt: Branche, Position, Unternehmensgröße, bisheriges Verhalten oder ein bestimmter Punktwert.
  • Aktion: Das System führt einen Schritt aus: eine E-Mail senden, einen Kontakt einem Segment zuordnen, Punkte vergeben, eine Aufgabe für den Vertrieb anlegen.
  • Wartezeit: Zwischen den Schritten liegt eine festgelegte Pause, damit Nachrichten nicht auf einmal ankommen und der Empfänger Zeit zum Reagieren hat.

Aus diesen Bausteinen entsteht ein Workflow, also eine feste Abfolge von Schritten mit Verzweigungen. Marketing Automation ist damit ein Anwendungsfall der allgemeinen Workflow-Automatisierung, zugeschnitten auf Kontakte, Kampagnen und Inhalte.

2. Wie funktioniert Marketing Automation?

Hinter jeder Automatisierung stehen vier Arbeitsschritte, die ineinandergreifen: Daten sammeln, Kontakte einordnen, Inhalte ausspielen und Ergebnisse auswerten.

Daten sammeln

Das System erfasst, was ein Kontakt angibt, etwa Name, Firma und Position im Formular, und was er tut: welche E-Mails er öffnet, welche Links er anklickt, welche Seiten er besucht und an welchen Veranstaltungen er teilnimmt. Je nach Einstellung kommen Daten aus dem CRM hinzu, zum Beispiel ob die Firma schon Kunde ist.

Kontakte einordnen

Anhand dieser Daten ordnet die Software Kontakte Segmenten zu, zum Beispiel nach Branche, Rolle oder Interesse. Beim Lead Scoring vergibt sie zusätzlich Punkte für passende Merkmale und für Verhalten, das auf Kaufinteresse hindeutet. Wie du Leads systematisch erfasst, bewertest und weitergibst, beschreibt der Ratgeber Lead Management im B2B.

Inhalte ausspielen

Je nach Segment und Verhalten verschickt das System die nächste E-Mail, zeigt auf der Website andere Inhalte, fügt den Kontakt einer Anzeigen-Zielgruppe hinzu oder legt für den Vertrieb eine Aufgabe an. Wartezeiten sorgen dafür, dass die Schritte in sinnvollen Abständen kommen.

Auswerten und anpassen

Jede Strecke liefert Zahlen: Öffnungen, Klicks, Abmeldungen, Übergaben an den Vertrieb. Daraus siehst du, welche Inhalte funktionieren und wo Kontakte aussteigen. Gute Automatisierung ist deshalb nie fertig, sondern wird nach den ersten Ergebnissen nachgeschärft.

3. Welche Arten von Marketing Automation gibt es?

Marketing Automation lässt sich nach ihrer Aufgabe in sechs Arten einteilen: E-Mail-Automatisierung und Lead Nurturing, Lead Scoring und Lead-Routing, Segmentierung und Personalisierung, Kampagnen- und Event-Automatisierung, kanalübergreifende Automatisierung sowie Automatisierung für Bestandskunden. In der Praxis greifen mehrere Arten in einer Strecke ineinander.

E-Mail-Automatisierung und Lead Nurturing

E-Mail-Automatisierung verschickt Nachrichten nach festen Regeln statt nach Kalender, Lead Nurturing nutzt das, um Interessenten über mehrere Wochen mit passenden Inhalten zu begleiten.

Typisch sind Willkommensstrecken nach einer Anmeldung, Folgemails nach einem Download und Erinnerungen vor einem Termin oder Webinar. Im B2B ist Nurturing die häufigste Form, weil zwischen erstem Interesse und Kaufentscheidung oft viel Zeit liegt.

Lead Scoring und Lead-Routing

Lead Scoring vergibt Punkte für Merkmale und Verhalten eines Kontakts, Lead-Routing leitet ihn ab einem festgelegten Wert an die richtige Person im Vertrieb weiter.

Punkte gibt es zum Beispiel für die passende Branche und Position, für den Besuch der Preisseite oder für die Anmeldung zu einer Demo. Wie du Leads nach Bedarf, Budget und Zeitpunkt einordnest, verlinkt der Ratgeber zur Lead-Qualifizierung am Ende dieses Abschnitts.

Segmentierung und Personalisierung

Segmentierung teilt Kontakte automatisch in Gruppen mit gemeinsamen Merkmalen ein, Personalisierung passt Inhalte an diese Gruppen oder an einzelne Personen an.

Ein Geschäftsführer bekommt andere Inhalte als eine IT-Leiterin, ein Bestandskunde andere als ein Interessent. Personalisierung reicht im B2B über die Anrede hinaus: Branche, Anwendungsfall und die Phase im Kaufprozess bestimmen, welche Inhalte passen.

Kampagnen- und Event-Automatisierung

Kampagnen-Automatisierung steuert wiederkehrende Abläufe rund um Webinare, Messen, Studien oder Produktneuheiten von der Einladung bis zur Nachbereitung.

Einladung, Bestätigung, Erinnerung, Aufzeichnung für Nichtteilnehmer und Nachfassen laufen nach einem Plan, den du einmal aufsetzt und für jede Veranstaltung wiederverwendest.

Kanalübergreifende Automatisierung

Kanalübergreifende Automatisierung verbindet E-Mail mit Website, Landingpages, Anzeigen und sozialen Netzwerken, damit ein Kontakt über alle Kanäle eine stimmige Ansprache erhält.

Beispiele sind Inhalte auf der Website, die sich nach dem Segment richten, Anzeigen, die nur bestimmten Zielgruppen gezeigt werden, und Beiträge in sozialen Netzwerken, die zu festen Zeiten erscheinen.

Bestandskunden und Reaktivierung

Automatisierung für Bestandskunden reagiert auf Ereignisse im Kundenverhältnis, etwa eine Erstbestellung, eine lange Pause oder ein nahendes Vertragsende.

Dazu gehören Einführungsstrecken nach dem Kauf, Hinweise auf Ergänzungen und Nachrichten an Kunden, die lange nichts bestellt haben. Hier gelten beim Rechtsrahmen teilweise andere Regeln als bei neuen Kontakten.

Wie du Kontakte nach Bedarf, Entscheidungsbefugnis und Zeitpunkt bewertest, bevor sie beim Vertrieb landen, zeigt der Ratgeber Lead-Qualifizierung im B2B. Wie Marketing Automation in die übrigen Aufgaben des Marketings im Geschäftskundenbereich passt, beschreibt der Grundlagenartikel B2B-Marketing.

4. Beispiel: eine Lead-Nurturing-Strecke im B2B

Das folgende Beispiel zeigt eine typische Strecke für einen Softwareanbieter, der IT-Leiter im Mittelstand erreichen will. Abstände und Inhalte sind Beispiele, keine Vorgabe. Passe sie an deinen Kaufprozess und deine Inhalte an.

  • Tag 0, Download und Bestätigung: Eine IT-Leiterin lädt einen Leitfaden herunter und bestätigt ihre Anmeldung per Double-Opt-in. Sie bekommt den Leitfaden sofort per E-Mail.
  • Tag 2, Praxisbeispiel: Eine zweite Mail zeigt an einem typischen Fall, wie andere Unternehmen ihrer Branche das Problem aus dem Leitfaden angehen.
  • Tag 5, Checkliste: Sie erhält eine Checkliste zur Vorbereitung. Klickt sie darauf, vergibt das System Punkte und merkt sich das Thema.
  • Tag 9, Einladung zum Webinar: Die Strecke lädt zu einem Webinar zum selben Thema ein. Anmeldung und Teilnahme bringen weitere Punkte.
  • Tag 14, Angebot für ein Gespräch: Zum Abschluss kommt das Angebot für ein kurzes Beratungsgespräch, mit einem Link zur Terminbuchung.

Wann die Strecke endet

Erreicht die IT-Leiterin vorher den Punktwert, den Marketing und Vertrieb vereinbart haben, etwa weil sie die Checkliste nutzt und sich zum Webinar anmeldet, stoppt die Strecke. Der Kontakt geht mit allen bisherigen Aktivitäten an den Vertrieb, der sich persönlich meldet. Bucht sie selbst einen Termin, endet die Strecke ebenfalls. Reagiert sie gar nicht, bleibt sie im Newsletter und bekommt erst wieder eine Strecke, wenn sie erneut aktiv wird.

Beispiel: Lead-Nurturing-Strecke im B2BFünf Schritte in wachsenden Abständen. Erreicht der Kontakt vorher den vereinbarten Punktwert, übernimmt der Vertrieb. 1. Tag 0: Download und Bestätigung: Leitfaden per E-Mail nach bestätigter Anmeldung per Double-Opt-in. 2. Tag 2: Praxisbeispiel: Ein typischer Fall aus der Branche des Kontakts. 3. Tag 5: Checkliste: Vorbereitung zum Thema, ein Klick bringt Punkte im Scoring. 4. Tag 9: Einladung zum Webinar: Anmeldung und Teilnahme bringen weitere Punkte. 5. Tag 14: Angebot für ein Gespräch: Kurzes Beratungsgespräch mit Link zur Terminbuchung. Punktwert erreicht: weiter zu Übergabe an den Vertrieb (Strecke stoppt, der Vertrieb meldet sich persönlich).Beispiel: Lead-Nurturing-Strecke im B2BFünf Schritte in wachsenden Abständen. Erreicht der Kontakt vorher den vereinbarten Punktwert, übernimmt derVertrieb.Tag 01Download undBestätigungLeitfaden per E-Mailnach bestätigterAnmeldung perDouble-Opt-in.Tag 22PraxisbeispielEin typischer Fallaus der Branche desKontakts.Tag 53ChecklisteVorbereitung zumThema, ein Klickbringt Punkte imScoring.Tag 94Einladung zumWebinarAnmeldung undTeilnahme bringenweitere Punkte.Tag 145Angebot für einGesprächKurzesBeratungsgespräch mitLink zurTerminbuchung.Punktwert erreichtÜbergabe an den VertriebStrecke stoppt, der Vertrieb meldet sichpersönlichQuelle: close-one.de/blog/marketing-automationBeispiel: Lead-Nurturing-Strecke im B2BFünf Schritte in wachsenden Abständen. Erreicht der Kontakt vorher den vereinbarten Punktwert, übernimmt der Vertrieb. 1. Tag 0: Download und Bestätigung: Leitfaden per E-Mail nach bestätigter Anmeldung per Double-Opt-in. 2. Tag 2: Praxisbeispiel: Ein typischer Fall aus der Branche des Kontakts. 3. Tag 5: Checkliste: Vorbereitung zum Thema, ein Klick bringt Punkte im Scoring. 4. Tag 9: Einladung zum Webinar: Anmeldung und Teilnahme bringen weitere Punkte. 5. Tag 14: Angebot für ein Gespräch: Kurzes Beratungsgespräch mit Link zur Terminbuchung. Punktwert erreicht: weiter zu Übergabe an den Vertrieb (Strecke stoppt, der Vertrieb meldet sich persönlich).Beispiel:Lead-Nurturing-Strecke imB2BFünf Schritte in wachsenden Abständen.Erreicht der Kontakt vorher denvereinbarten Punktwert, übernimmt derVertrieb.1Tag 0Download und BestätigungLeitfaden per E-Mail nachbestätigter Anmeldung perDouble-Opt-in.2Tag 2PraxisbeispielEin typischer Fall aus der Branchedes Kontakts.3Tag 5ChecklisteVorbereitung zum Thema, ein Klickbringt Punkte im Scoring.4Tag 9Einladung zum WebinarAnmeldung und Teilnahme bringenweitere Punkte.5Tag 14Angebot für ein GesprächKurzes Beratungsgespräch mit Linkzur Terminbuchung.Punktwert erreicht, bei jedemSchritt:Übergabe an den VertriebStrecke stoppt, der Vertrieb meldetsich persönlichQuelle: close-one.de/blog/marketing-automation

Beispiel: Lead-Nurturing-Strecke im B2B: Fünf Schritte in wachsenden Abständen. Erreicht der Kontakt vorher den vereinbarten Punktwert, übernimmt der Vertrieb.

  1. Tag 0: Download und Bestätigung: Leitfaden per E-Mail nach bestätigter Anmeldung per Double-Opt-in.
  2. Tag 2: Praxisbeispiel: Ein typischer Fall aus der Branche des Kontakts.
  3. Tag 5: Checkliste: Vorbereitung zum Thema, ein Klick bringt Punkte im Scoring.
  4. Tag 9: Einladung zum Webinar: Anmeldung und Teilnahme bringen weitere Punkte.
  5. Tag 14: Angebot für ein Gespräch: Kurzes Beratungsgespräch mit Link zur Terminbuchung.

Punktwert erreicht: weiter zu Übergabe an den Vertrieb (Strecke stoppt, der Vertrieb meldet sich persönlich).

5. Marketing Automation, Vertriebsautomatisierung, CRM und E-Mail-Marketing

Die vier Begriffe werden oft gleichgesetzt, weil viele Programme mehrere davon abdecken. Sie lösen aber unterschiedliche Aufgaben.

BegriffZielWer nutzt es vor allemBeispiel
Marketing AutomationInteressenten gewinnen, einordnen und bis zur Kaufbereitschaft begleitenMarketingNurturing-Strecke nach einem Download, Lead Scoring
VertriebsautomatisierungAufgaben im Vertrieb verkürzen, von der Recherche bis zum AbschlussVertriebErinnerung an Wiedervorlagen, Angebote nachfassen, Termine buchen
CRMKontakte, Firmen, Gespräche und Verkaufschancen an einem Ort speichernVertrieb, Marketing, ServiceHistorie eines Kunden, Pipeline mit Phasen
E-Mail-MarketingNewsletter und Kampagnen an eine Liste versendenMarketingMonatlicher Newsletter an alle Abonnenten

Marketing Automation endet dort, wo ein Kontakt bereit für ein Gespräch ist. Ab da übernimmt der Vertrieb, und dort setzt die Vertriebsautomatisierung an: Wiedervorlagen, Angebote nachfassen, Termine buchen. Das CRM ist die gemeinsame Datengrundlage beider Seiten. Ohne diese Verbindung weiß der Vertrieb nicht, welche Inhalte ein Kontakt schon kennt, und das Marketing nicht, welche Kontakte zu Aufträgen geworden sind.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Richtung. Marketing Automation arbeitet überwiegend mit Kontakten, die von sich aus Interesse gezeigt haben. Die gezielte Ansprache neuer Firmen im Outbound folgt anderen Regeln und nutzt andere Werkzeuge. Einen Überblick über die Werkzeuge im Vertrieb gibt der Artikel Sales Automation Software nach Kategorien.

6. Vorteile, Grenzen und Kennzahlen

Vorteile

  • Weniger Handarbeit: Wiederkehrende Schritte wie Bestätigungen, Erinnerungen und Folgemails laufen ohne manuelles Versenden.
  • Passender Zeitpunkt: Nachrichten kommen, wenn der Kontakt etwas getan hat, nicht nach dem Kalender des Marketingteams.
  • Bessere Übergabe an den Vertrieb: Der Vertrieb erhält Kontakte mit Historie und Punktwert statt einer Liste ohne Zusammenhang.
  • Messbarkeit: Jeder Schritt ist auswertbar: welche Inhalte gelesen werden, wo Kontakte abspringen, welche Kampagnen zu Gesprächen führen.

Grenzen

  • Inhalte bleiben Handarbeit: Software verschickt Inhalte, sie schreibt keine guten. Ohne passende Leitfäden, Beispiele und Mails läuft jede Strecke ins Leere.
  • Aufwand bei der Einrichtung: Datenfelder, Segmente, Regeln und Vorlagen brauchen Zeit, bevor die erste Strecke startet.
  • Datenqualität: Fehlende Felder, doppelte Kontakte und veraltete Adressen führen zu falschen Segmenten und falschen Nachrichten.
  • Nur für Kontakte mit Erlaubnis: Automatisierte Werbe-E-Mails brauchen grundsätzlich eine Einwilligung. Für die Erstansprache neuer Firmen ist Marketing Automation deshalb meist nicht das passende Werkzeug.

Kennzahlen, die du verfolgen solltest

Öffnungs- und Klickraten zeigen, ob Betreff und Inhalte ankommen. Aussagekräftiger für den Vertrieb sind diese Werte:

  • Übergaben an den Vertrieb: Wie viele Kontakte erreichen den vereinbarten Punktwert?
  • Annahmequote im Vertrieb: Wie viele übergebene Kontakte bewertet der Vertrieb nach dem ersten Gespräch als passend?
  • Gespräche und Aufträge je Strecke: Welche Strecke führt am Ende zu Verkaufschancen in der Sales Pipeline?
  • Abmeldungen: Steigen sie nach einer bestimmten Mail, passt der Inhalt oder der Abstand nicht.

7. Funktionen und Tools: worauf du achten solltest

Programme für Marketing Automation unterscheiden sich vor allem darin, wie viel sie abdecken. Grob lassen sich vier Gruppen unterscheiden.

WerkzeugWas es abdecktPasst für
Marketing-SuiteE-Mail, Landingpages, Formulare, Scoring, Kampagnen, Auswertung in einem SystemTeams mit eigenem Marketing und mehreren Kanälen
E-Mail-Tool mit AutomatisierungNewsletter plus einfache Strecken nach Anmeldung oder KlickEinstieg, wenige Strecken, kleines Budget
CRM mit MarketingmodulKontakte und Verkaufschancen plus E-Mail-Strecken und ScoringUnternehmen, die Marketing und Vertrieb in einem Datenbestand führen wollen
Workflow-PlattformVerbindet vorhandene Programme über Schnittstellen und RegelnTeams, die einzelne Lücken zwischen bestehenden Werkzeugen schließen wollen

Funktionen, die ein System mitbringen sollte

  • Formulare und Landingpages, die Kontakte direkt in die Datenbank schreiben
  • Visueller Editor für Workflows mit Auslösern, Bedingungen, Wartezeiten und Verzweigungen
  • Segmente nach Merkmalen und Verhalten, die sich automatisch aktualisieren
  • Lead Scoring mit eigenen Regeln und automatischer Übergabe
  • Verwaltung von Einwilligungen und Abmeldungen mit Nachweis
  • Anbindung an dein CRM in beide Richtungen
  • Auswertungen bis zur Verkaufschance, nicht nur bis zum Klick

Auswahlkriterien

Entscheidend ist weniger die Zahl der Funktionen als die Frage, ob dein Team das System im Alltag bedienen kann und ob es sauber mit deinem CRM zusammenarbeitet. Prüfe außerdem, wo die Daten gespeichert werden, welche Verträge zur Auftragsverarbeitung der Anbieter bereitstellt und wie sich die Kosten mit wachsender Kontaktzahl entwickeln. Wie sich der CRM-Markt gerade sortiert, zeigt der Überblick CRM-Markt 2026.

Für den Vertrieb gibt es eigene Werkzeuge, die neue Firmen recherchieren und ansprechen. Ein Beispiel ist Qauf: Sieben Agenten (Hunter, Analyst, Writer, Telefon, Pipeline, Radar und Antwort) übernehmen Recherche, Ansprache und Nachfassen, das CRM ist inklusive. Mit done übernimmt close one den Outbound für B2B-Unternehmen komplett: Recherche, Kaufsignale, persönliche Ansprache per E-Mail und LinkedIn und die Buchung qualifizierter Ersttermine in deinem Kalender.

8. Marketing Automation einführen in 6 Schritten

Die meisten Einführungen scheitern nicht an der Software, sondern an fehlenden Inhalten, unklaren Zielen und fehlender Absprache mit dem Vertrieb. Diese Reihenfolge hilft, das zu vermeiden.

Schritt 1: Ziel festlegen

Lege fest, was die Automatisierung erreichen soll: mehr qualifizierte Anfragen, eine schnellere Übergabe an den Vertrieb oder mehr Folgeaufträge von Bestandskunden. Ein Ziel pro Strecke reicht.

Schritt 2: Zielgruppe und Kaufprozess beschreiben

Beschreibe, wer kauft, wer mitentscheidet und welche Fragen in welcher Phase auftauchen. Daraus ergibt sich, welche Inhalte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind.

Schritt 3: Daten aufräumen

Prüfe, welche Felder du für Segmente und Scoring brauchst, entferne Dubletten und kläre, für welche Kontakte eine Einwilligung vorliegt und wo sie dokumentiert ist.

Schritt 4: Werkzeug wählen

Wähle das System nach deinem Ziel und deiner Ausgangslage: Anbindung an dein CRM, Bedienbarkeit für dein Team, Funktionen für Scoring und Auswertung, Budget.

Schritt 5: Mit einer Strecke starten

Baue zuerst eine einzige Strecke, zum Beispiel die Folgemails nach einem Download. Lege mit dem Vertrieb fest, ab welchem Punktwert ein Kontakt übergeben wird und was dann passiert.

Schritt 6: Messen und verbessern

Sieh dir nach den ersten Wochen an, welche Mails gelesen werden, wo Kontakte aussteigen und wie viele Übergaben zu Gesprächen führen. Passe dann Inhalte, Abstände und Regeln an.

Marketing Automation ist ein Ausschnitt dessen, was sich im Unternehmen automatisieren lässt. Welche Formen es sonst gibt und wo die Grenzen liegen, erklärt der Ratgeber Automatisierung im Unternehmen.

9. Rechtlicher Rahmen

Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine unzumutbare Belästigung. Das gilt auch gegenüber Unternehmen. Für automatisierte Strecken bedeutet das: Werbe-E-Mails gehen grundsätzlich nur an Kontakte, die eingewilligt haben. Das übliche Verfahren, um die Einwilligung nachzuweisen, ist das Double-Opt-in: Der Kontakt bestätigt seine Anmeldung über einen Link in einer ersten E-Mail.

Für Bestandskunden regelt § 7 Abs. 3 UWG eine Ausnahme. Sie setzt unter anderem voraus, dass du die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten hast, für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen wirbst, der Kunde nicht widersprochen hat und du bei der Erhebung und bei jeder Verwendung klar auf das Widerspruchsrecht hinweist.

Für das Erfassen von Verhalten, das Bilden von Profilen und das Scoring brauchst du eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO. Für Cookies und ähnliche Techniken auf der Website gilt zusätzlich § 25 TDDDG. Keine Rechtsberatung. Im Einzelfall Anwalt fragen.

10. Typische Fehler

  • Zu viel auf einmal: Zehn Strecken parallel aufzubauen, bevor eine einzige funktioniert, kostet Zeit und macht Fehler schwer auffindbar.
  • Ohne Absprache mit dem Vertrieb: Wenn nicht festgelegt ist, wann ein Kontakt übergeben wird und wer ihn übernimmt, bleiben gute Leads liegen.
  • Alle bekommen dasselbe: Eine Strecke für alle Branchen und Rollen ist ein Newsletter mit Zeitschaltuhr. Segmente sind der Kern der Automatisierung.
  • Strecken nie überprüfen: Angebote, Inhalte und Ansprechpartner ändern sich. Eine Strecke, die ein Jahr unverändert läuft, verschickt oft veraltete Informationen.
  • Einwilligungen nicht sauber dokumentiert: Wer nicht nachweisen kann, wann und wofür ein Kontakt eingewilligt hat, geht beim E-Mail-Versand ein rechtliches Risiko ein.
  • Nur Öffnungsraten messen: Geöffnete Mails sagen wenig darüber, ob die Automatisierung Gespräche und Aufträge bringt. Miss auch Übergaben und Abschlüsse.

11. FAQ

Was versteht man unter Marketing-Automation?

Marketing Automation ist der Einsatz von Software, die wiederkehrende Marketingaufgaben nach festgelegten Regeln selbst ausführt. Ein Ereignis wie ein Download oder eine Anmeldung löst Schritte aus, etwa eine E-Mail, eine Zuordnung zu einem Segment oder Punkte im Lead Scoring. Ziel ist, Interessenten mit passenden Inhalten bis zur Kaufbereitschaft zu begleiten.

Welche Beispiele gibt es für Marketing Automation?

Häufige Beispiele sind Willkommensstrecken nach einer Anmeldung, Folgemails nach einem Download, Einladungen und Erinnerungen zu Webinaren, Lead Scoring mit Übergabe an den Vertrieb ab einem bestimmten Punktwert, Einführungsstrecken nach dem Kauf und Nachrichten an Kunden, die lange nicht bestellt haben.

Welche Marketing-Automation-Tools gibt es?

Es gibt vier Gruppen: Marketing-Suites mit E-Mail, Landingpages, Scoring und Auswertung in einem System, E-Mail-Tools mit einfachen Automatisierungen, CRM-Systeme mit Marketingmodul und Workflow-Plattformen, die vorhandene Programme verbinden. Welches passt, hängt von deinem Ziel, deinem CRM, der Bedienbarkeit für dein Team und dem Budget ab.

Was ist der Unterschied zwischen Marketing Automation und E-Mail-Marketing?

E-Mail-Marketing verschickt Newsletter und Kampagnen an eine Liste, meist zu einem festen Termin. Marketing Automation reagiert auf das Verhalten einzelner Kontakte, verbindet mehrere Kanäle, ordnet Kontakte Segmenten zu, vergibt Punkte und übergibt Leads an den Vertrieb. E-Mail ist dabei ein Kanal von mehreren.

Lohnt sich Marketing Automation für kleine Unternehmen?

Ja, wenn regelmäßig neue Kontakte über Website, Downloads oder Veranstaltungen hinzukommen und es Inhalte gibt, die sie begleiten können. Für den Einstieg reicht oft ein E-Mail-Tool mit Automatisierung oder das Marketingmodul des vorhandenen CRM und eine einzige Strecke.

Wie funktioniert Lead Scoring in der Marketing Automation?

Das System vergibt Punkte für Merkmale, die zur Zielgruppe passen, etwa Branche und Position, und für Verhalten wie Klicks, Downloads oder den Besuch der Preisseite. Erreicht ein Kontakt den Wert, den Marketing und Vertrieb gemeinsam festgelegt haben, wird er automatisch an den Vertrieb übergeben.

Ist Marketing Automation im B2B rechtlich erlaubt?

Ja, aber Werbe-E-Mails brauchen grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine Ausnahme für Bestandskunden regelt § 7 Abs. 3 UWG. Für Tracking und Profilbildung gelten zusätzlich Art. 6 DSGVO und § 25 TDDDG. Keine Rechtsberatung. Im Einzelfall Anwalt fragen.

Ersetzt Marketing Automation den Vertrieb?

Nein. Sie begleitet Kontakte bis zu dem Punkt, an dem ein Gespräch sinnvoll ist, und liefert dem Vertrieb Informationen für dieses Gespräch. Bedarf klären, beraten und abschließen bleibt Aufgabe von Menschen im Vertrieb.

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